Wie lange solltest du für den TestAS lernen?

Exam study tips

Reichen zwei Stunden am Tag, zwei Wochen lang? Die Frage bekommen wir ständig. Die gute Nachricht vorweg: Vorbereitung wirkt beim TestAS schneller, als die meisten denken. Sie wirkt nur nicht überall gleich stark. Wer weiß, wo die Punkte liegen, holt in wenigen Wochen mehr heraus als jemand, der drei Monate lang irgendwas übt. Wie viele Wochen es bei dir werden, hängt von deinem Ausgangsniveau ab, und das findest du an einem einzigen Nachmittag heraus.

Was Training tatsächlich bewegt

Der TestAS ist keine Klausur. Es gibt kein Kapitel, das du auswendig lernen könntest. g.a.s.t., der Anbieter, sagt das offen: Der Test misst „viele Kenntnisse und Fertigkeiten […], die nicht kurzfristig gelernt und trainiert werden können“.

Das klingt entmutigend, ist es aber nicht. Denn die Punkte, die im Test verloren gehen, gehen selten am Denkvermögen verloren. Sie gehen an Sekunden und an Überraschungen. Genau dort greift Übung sofort:

  • Die Aufgabenformate. g.a.s.t. schreibt es selbst: „Es ist wichtig, dass Sie die Aufgabenformate gut kennen, um während der Prüfung keine Zeit zu verlieren.“ Wer eine Aufgabengruppe zum ersten Mal im echten Test sieht, verliert die ersten Minuten mit Verstehen statt mit Lösen.
  • Dein Tempo. Jede Aufgabengruppe ist eng getaktet, und du merkst das erst, wenn du einmal unter Uhr gearbeitet hast.
  • Deine Entscheidungen. Wann bleibst du an einer Aufgabe, wann setzt du eine begründete Vermutung und gehst weiter. Das ist eine Gewohnheit, keine Begabung.

Diese drei Dinge sind trainierbar, sie sind es schnell, und sie machen bei den meisten Teilnehmenden den größten Unterschied. Deshalb lohnt sich gezielte Vorbereitung auch dann, wenn du wenig Zeit hast.

Fang mit einem Übungstest an, nicht mit einem Plan

Bevor du einen Wochenplan schreibst, schreibst du einen kompletten Übungstest. Unter echten Bedingungen: Uhr läuft, Handy weg, Pausen nur dort, wo der echte Test sie vorsieht. Kleine Pausen zwischendurch fühlen sich gut an, verfälschen aber genau das Signal, das du gerade brauchst.

Kostenlose Übungsaufgaben für diesen ersten Durchgang findest du in unserem kostenlosen Materialpaket, dazu die offiziellen Modellaufgaben auf testas.de.

Danach wertest du aus. Nicht die Gesamtpunktzahl, die sagt dir wenig. Interessant sind drei Fragen.

Welche Aufgabengruppe frisst deine Zeit? Notiere pro Gruppe, wie viele Aufgaben du überhaupt bearbeitet hast. Wer bei „Quantitative Probleme lösen“ nur zwei Drittel schafft, hat kein Mathe-Problem, sondern ein Tempo-Problem. Das sind zwei völlig verschiedene Baustellen, und sie brauchen verschiedene Übungen.

Wo sitzen die Fehler? Sortiere sie in zwei Stapel. Flüchtigkeit ist etwas anderes als „die Aufgabe habe ich nie verstanden“. Das erste löst du mit Routine, das zweite mit einer Erklärung.

Wie war das Fachmodul im Vergleich zum Kerntest? Beide werden getrennt ausgewiesen. Meist ist einer der beiden Teile klar schwächer, und dort holst du pro Übungsstunde am meisten heraus.

Am Ende dieses Nachmittags hast du eine kurze Liste mit Prioritäten. Das ist dein Plan. Ohne diesen Test planst du ins Blaue.

Wie viel Zeit du hast, und was daraus wird

Noch zwei Wochen. Das reicht für etwas Wichtiges. Du kannst alle Aufgabenformate kennenlernen, zwei bis drei komplette Übungstests schreiben und dein Zeitmanagement pro Gruppe festlegen. Genau dort liegen die Punkte, die ohne Vorbereitung liegen bleiben. Konkret: täglich 60 bis 90 Minuten, Übungstests an Tag 1, Tag 8 und Tag 13, dazwischen nur deine zwei schwächsten Formate. Was in vierzehn Tagen nicht passiert, ist ein Sprung in deiner grundsätzlichen Denkgeschwindigkeit. In einem heute fremden Format wirst du in dieser Zeit solide, nicht stark. Solide reicht oft schon.

Sechs bis acht Wochen. Der Bereich, in dem Vorbereitung am meisten bringt. Lang genug, um die Formate wirklich zu durchdringen. Kurz genug, um dranzubleiben. Fünf bis sechs Stunden pro Woche reichen, verteilt statt am Stück.

Drei Monate oder mehr. Jetzt kannst du das Fachmodul ernsthaft angehen statt es abzuhaken, und du hast Luft, nebenbei an deiner Testsprache zu arbeiten. Das Risiko liegt woanders: Ab Woche fünf kommt bei fast allen ein Motivationsloch. Ein vollständiger Testlauf alle drei bis vier Wochen macht deinen Fortschritt sichtbar und trägt dich darüber hinweg. Jenseits von vier Monaten wird die Kurve flach, weil man irgendwann vor allem das übt, was man schon kann.

Woran du in diesen Wochen arbeitest

Zeitmanagement pro Aufgabengruppe steht ganz vorn, und im papierbasierten Kerntest siehst du sofort, warum. Er dauert 110 Minuten und besteht aus vier Aufgabengruppen mit je 22 Aufgaben. „Beziehungen erschließen“ gibt dir dafür 10 Minuten, also weniger als 30 Sekunden pro Aufgabe. „Quantitative Probleme lösen“ gibt dir 45 Minuten für dieselbe Anzahl. „Muster erkennen“ liegt bei 20 Minuten, „Zahlenreihen fortsetzen“ bei 25, jeweils plus 5 Minuten Bearbeitungszeit für die Anleitung. Das sind völlig verschiedene Arbeitsmodi, und du solltest sie getrennt trainieren, sonst nimmst du das Tempo der einen Gruppe in die andere mit.

Der digitale Kerntest ist gleichmäßiger getaktet. Drei Subtests, jeweils 25 Minuten für 20 Aufgaben. Das Fachmodul läuft dort über 90 Minuten mit 10 bis 15 Testlets, also längeren Sachverhalten mit mehreren Fragen. Wenn du digital antrittst, übst du deshalb vor allem eines: einen neuen Sachverhalt schnell erfassen und sofort damit arbeiten. Welche Formate und Module es in welcher Testversion gibt, steht gesammelt in unserem Knowledge Hub.

Danach kommen die zwei bis drei schwächsten Formate aus deinem Übungstest. Erst langsam und ohne Uhr, bis der Lösungsweg wirklich sitzt. Dann erst mit Uhr.

Das Fachmodul behandelst du als eigenes Projekt. Es zählt separat, es funktioniert anders als der Kerntest, und es geht im Alltag am ehesten unter. Eine feste Einheit pro Woche genügt, sie muss nur wirklich stattfinden.

Und eine Sache kostet dich nichts und bringt trotzdem etwas: Verteiltes Üben schlägt Blocklernen. Zehnmal 30 Minuten bringen mehr als einmal fünf Stunden. Was du nach einer Pause erneut abrufen musst, sitzt danach fester. Am Ende einer fünfstündigen Sitzung nimmst du ohnehin kaum noch etwas auf.

Ein Wochenplan für sechs bis acht Wochen

TagDauerInhalt
Montag30 MinSchwächstes Format, ohne Uhr, Lösungswege nachvollziehen
Dienstag45 MinFachmodul, eine Aufgabengruppe unter Zeit
Mittwoch30 MinZweitschwächstes Format, ohne Uhr
Donnerstag30 MinGemischtes Set aus allen Kerntest-Gruppen, mit Uhr
Freitagfrei
Samstag90–120 MinKompletter Kerntest unter Prüfungsbedingungen (Woche 1, 4 und 7) oder Fehleranalyse der Woche
Sonntag30 MinFehler vom Samstag durchgehen, nur die falschen Aufgaben

Ab Woche fünf drehst du das Verhältnis: weniger Erklärung, mehr Aufgaben unter Zeitdruck. In der letzten Woche übst du nichts Neues mehr, sondern nur noch Tempo und Ablauf. Wer mit einem festen Plan starten will statt selbst zu basteln, findet den Aufbau in unserer TestAS-Vorbereitung.

Rechne rückwärts, bevor du dich anmeldest

Ein Punkt, den viele zu spät bedenken. Dein Ergebnis liegt nicht am Tag nach dem Test vor. Laut g.a.s.t. stehen die Ergebnisse „ca. drei Wochen (digitaler TestAS)“ und „ca. vier Wochen (papierbasierter TestAS)“ nach dem Testtermin im Teilnehmenden-Portal bereit.

Bei einer Bewerbungsfrist Mitte Juli heißt das: papierbasiert spätestens Mitte Juni antreten, digital spätestens Ende Juni. Nimm zwei Wochen Sicherheit dazu, dann landest du bei Anfang Juni. Von diesem Datum aus zählst du deine Lernwochen zurück, und du hast dein Startdatum.

Beide Formate werden mehrmals jährlich angeboten, die konkreten Termine und Anmeldeschlüsse siehst du im Anmeldeportal von g.a.s.t., sobald du dort dein Testzentrum auswählst. Schau früh nach. Kleinere Testzentren bieten nicht jeden Termin an und sind schnell ausgebucht.

Und noch etwas Beruhigendes: Wiederholen darfst du. Ein Termin ist keine einmalige Chance, sondern ein Zwischenstand.

Wenn du strukturiert üben willst: Wir machen seit 2014 nichts anderes als TestAS-Vorbereitung. Unsere Bücher sind bewusst anspruchsvoller gebaut als der echte Test, damit dir der Testtag leichter vorkommt als das Training. Hier findest du unsere Bücher.

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