Der ultimative Guide zur Wohnungssuche in Deutschland: So gewinnst du das ‚Miet-Wettrennen‘

An image of students having a drink together in their student housing WG in Germany

Ein neues Leben in Deutschland – So findest du die passende Unterkunft

Du hast dich entschieden, den TestAS absolviert und bereitest dich darauf vor, dich bald von deinen Eltern zu verabschieden: Ein neues Kapitel in Deutschland beginnt. Doch bevor du die letzten Abschiedstränen wegwischst, gibt es eine essenzielle Sache zu erledigen: Du musst herausfinden, wo du leben wirst.

Die Wohnungssuche in Deutschland ist, ehrlich gesagt, einer der härtesten Wettbewerbe, die du bestreiten wirst. Dagegen ist der Abschied von zu Hause fast ein Kinderspiel.

Lass dir von uns die ungeschönte Wahrheit über die Wohnungssuche erzählen und dir dabei helfen, den Prozess zumindest ein wenig zu vereinfachen – vom Entschlüsseln unzähliger Abkürzungen bis hin zu den Formalitäten und Voraussetzungen auf dem deutschen Wohnungsmarkt.


In deutschen Uni-Städten drängeln sich oft dutzende Bewerber im Flur einer gerade freigewordenen Wohnung. Jeder wartet darauf, den Makler oder Vermieter für einen Moment abzupassen, um zu beweisen, dass man der perfekte Mieter ist. Viele erscheinen in ihren besten Schuhen, mit schicker Aktentasche und einem dicken Stapel Dokumente.

Besonders in Metropolen wie München, Berlin oder Hamburg kann die Suche zur „Neverending Story“ werden – und leider hast du wahrscheinlich keinen riesigen, fliegenden Hund (wie Fuchur), der dich von einer Besichtigung zur nächsten trägt. Bleib also realistisch: Wenn du einer der 11,9 % internationalen Studierenden an deutschen Hochschulen wirst, ist es wichtig, die Kosten im Blick zu behalten. Laut DAAD solltest du mit mindestens 700 € monatlichen Lebenshaltungskosten rechnen. Wenn du mehr als 50 % deines Budgets für die Miete ausgibst, bleibt kaum Geld für das soziale Leben übrig – und das Studium im Ausland soll schließlich auch Spaß machen!


Um nicht überdurchschnittlich viel für eine unterdurchschnittliche Wohnung zu zahlen, solltest du den Mietmarkt deiner neuen Stadt genau prüfen. Nutze bekannte Immobilienportale wie Immowelt oder ImmoScout24, um ein Gefühl für die Preise zu bekommen.

Vorsicht vor Betrug: Sei auf der Hut vor gefälschten Anzeigen. Wenn ein Angebot zu schön scheint, um wahr zu sein (z. B. Luxus-Apartment für 300 € in Berlin-Mitte), ist es meistens ein Betrugsversuch. Überweise niemals Geld (Kaution), bevor du die Wohnung gesehen und den Vertrag unterschrieben hast.


Bei der Durchsicht von Anzeigen wirst du über rätselhafte Kürzel stolpern. Das sind keine Tippfehler, sondern Standard-Begriffe auf dem deutschen Mietmarkt:

  • Whg. – Wohnung
  • OG – Obergeschoss
  • EG – Erdeschoss
  • DG – Dachgeschoss
  • Stellpl. – Stellplatz
  • TG – Tief Garage
  • Zi. – Zimmer
  • Wfl. – Wohnflasche
  • Qm – Quadratmeter
  • NK – Neben Kosten (Strom, Wasser, Müllabfuhr)
  • KM – Kaltmiete (Miete ohne Heizung/Nebenkosten)
  • WM – Warmmiete (Gesamtbetrag inklusive Heizung)
  • ZH – Zentralheizung
  • NMM – Nettomonatsmiete
  • MVZ – Monatliche Vorauszahlung
  • K / KT – Kaution (Sicherheitsleistung)
  • EBK – Einbauküche
  • WK – Wohnküche
  • Bad mit F. – Bad mit Fenster
  • WG – Wohngemeinschaft
  • EFH – Einfamilienhaus
  • RH – Reihenhaus
  • G-WC – Gäste-WC
  • KDB – Küche, Diele, Bad
  • VH – Vorderhaus
  • HH – Hinterhaus
  • NR – Nichtraucher
  • ca. – circa
  • zzgl. – zuzüglich

Viele internationale Studierende entscheiden sich für eine WG. Hier teilst du dir die Wohnung (Küche, Bad) mit anderen, hast aber dein eigenes Zimmer. Das ist nicht nur günstiger, sondern hilft dir auch, direkt neue Kontakte zu knüpfen. Wenn du Privatsphäre bevorzugst, musst du oft höhere Kosten oder eine Lage außerhalb des Stadtzentrums in Kauf nehmen.

Erfahre mehr über die verschiedenen Wohnmöglichkeiten in Deutschland in unserem Beitrag, „Studentenunterkünfte in Deutschland: Kosten, Wohnformen & Tipps“.


Sobald du passende Anzeigen findest, vereinbare so schnell wie möglich Termine. Bilder können täuschen: Der „sonnige Balkon“ liegt in der Realität vielleicht direkt neben einer lauten Hauptstraße. Sei vorbereitet, dass nicht alle Erwartungen sofort erfüllt werden. Aber: Wenn du die perfekte Wohnung findest, musst du schnell handeln und deine Unterlagen bereithalten.


Deutsche Vermieter lieben Ordnung. Du erhöhst deine Chancen enorm, wenn du folgende Dokumente (am besten in einer Mappe) vorbereitest:

  • Schufa-Auskunft: Ein Nachweis über deine Kreditwürdigkeit. Wenn du noch nie in Deutschland gelebt hast, bring eine entsprechende Bestätigung aus deinem Heimatland mit (inkl. Übersetzung).
  • Einkommensnachweis: Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate oder ein aktueller Arbeitsvertrag. Studierende nutzen oft eine Elternbürgschaft.
  • Mietschuldenfreiheitsbescheinigung: Eine Bestätigung deines vorherigen Vermieters, dass du immer pünktlich gezahlt hast.
  • Identitätsnachweis: Kopie von Pass und ggf. Visum.
  • Zusatzdokumente: Immatrikulationsbescheinigung oder Bestätigung deines Deutschkurses.

Wenn du zu einem persönlichen Termin eingeladen wirst, präsentiere dich von deiner besten Seite – authentisch, ruhig und freundlich. Vermieter suchen Sicherheit. Sie möchten wissen, dass du ein verlässlicher, langfristiger Mieter bist, der die Hausregeln respektiert und keine unnötigen Probleme (oder übermäßigen Lärm durch Musikinstrumente) verursacht.


Bevor du unterschreibst, prüfe den Vertrag auf diese Details:

  • Mietdauer & Kündigungsfrist (meist 3 Monate).
  • Zusammensetzung der Miete (Kaltmiete vs. Warmmiete).
  • Kaution: Wie hoch ist sie und wie wird sie zurückgezahlt?
  • Instandhaltung: Wer zahlt für kleine Reparaturen?
  • Inventarliste: Bei möblierten Wohnungen oder einer EBK solltest du den Zustand genau dokumentieren, um beim Auszug nicht für alte Schäden zu haften.

Bei Problemen kannst du dich an den Deutschen Mieterbund (DMB) wenden, der professionelle rechtliche Unterstützung bietet.


Es ist unwahrscheinlich, dass es beim ersten Versuch klappt. In deutschen Großstädten kann die Suche mehrere Monate dauern. Beginne frühzeitig, bleib hartnäckig und lass dich nicht entmutigen. Irgendwann wirst du den Schlüssel zu deinem neuen Zuhause in den Händen halten!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert