Der digitale und der papierbasierte TestAS
Die Wahl des richtigen TestAS-Formats ist ein wichtiger Schritt im Bewerbungsprozess für ein Studium in Deutschland. Bevor du dich für einen Studiengang anmeldest, musst du entscheiden, ob du den digitalen TestAS oder den papierbasierten TestAS ablegen möchtest.
Auch wenn beide Versionen dieselben akademischen Fähigkeiten testen, gibt es wesentliche Unterschiede, die sich auf deine Leistung und sogar auf die Zulassung an deutschen Hochschulen auswirken können.
In diesem Leitfaden erklären wir die wichtigsten Unterschiede zwischen dem digitalen und dem papierbasierten TestAS und helfen dir dabei, das passende Format für deine Situation zu wählen.
Anerkennung des TestAS-Formats durch deutsche Hochschulen
Was viele internationale Studierende überrascht: Nicht alle Hochschulen in Deutschland akzeptieren beide TestAS-Formate. Manche Universitäten erkennen ausschließlich den digitalen TestAS an, andere nur die papierbasierte Version.
Bevor du dich anmeldest, solltest du unbedingt prüfen:
- Welches TestAS-Format von deinen Zielhochschulen akzeptiert wird
- Ob das gewählte Fachmodul zu deinem angestrebten Studiengang passt
Wichtig: Wenn du das falsche Format wählst, kann dein TestAS-Ergebnis für deine Bewerbung ungültig sein.
Durchführung des TestAS: Digital vs. papierbasiert
Papierbasierter TestAS
Der papierbasierte TestAS folgt dem klassischen Prüfungsformat:
- Aufgaben werden in gedruckten Testheften bereitgestellt
- Antworten werden mit Stift auf einem separaten Antwortbogen markiert
- Notizen und Rechnungen dürfen direkt im Testheft gemacht werden
- Zusätzliches Schmierpapier ist nicht erlaubt
Dieses Format eignet sich besonders für Studierende, die auf schriftliche Notizen, Berechnungen oder visuelle Markierungen angewiesen sind.
Digitaler TestAS
Der digitale TestAS wird vollständig am Computer durchgeführt:
- Antworten werden per Mausklick ausgewählt
- Notizen sind nicht erlaubt
- Alle Aufgaben müssen mental gelöst werden
Dieses Format ist oft besser geeignet für Studierende, die sich bei bildschirmbasierten Tests, schnellem Denken und digitalem Arbeiten wohlfühlen.
Hinweis: Nicht jedes Testzentrum bietet beide Formate an.
Aufbau des TestAS und Fachmodule
Beide TestAS-Formate prüfen vergleichbare Kompetenzen, unterscheiden sich jedoch deutlich in Aufgabentypen, Struktur und Dauer.
Beide Formate bestehen aus:
- Kernmodul
- Fachmodul
Papierbasierter TestAS (ca. 4–5 Stunden inkl. 30 Minuten Pause)
– Kernmodul (110 Minuten)
Das Kernmodul des papierbasierten TestAS konzentriert sich hauptsächlich auf quantitatives Denken und logisches Schlussfolgern. Zu den Aufgaben gehören:
- Quantitative Probleme lösen
- Beziehungen erschließen
- Muster ergänzen
- Zahlenreihen fortsetzen
Zweifellos profitieren diese Aufgaben häufig von schriftlichen Berechnungen und Notizen, die im papierbasierten Format erlaubt sind.
– Fachmodul (145–150 Minuten)
Zur Auswahl stehen vier Fachmodule:
- Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften
- Ingenieurwissenschaften
- Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften
- Wirtschaftswissenschaften
Digitaler TestAS (ca. 3,5 Stunden inkl. Pausen)
– Kernmodul (90 Minuten)
Im Gegensatz dazu ist das digitale Kernmodul kürzer und legt einen stärkeren Fokus auf visuelles und abstraktes Denken. Zu den Aufgabentypen gehören:
- Figurale Sequenzen
- Mathematische Gleichungen
- Lateinische Quadrate
Besonders wichtig: Alle Aufgaben müssen ohne Notizen gelöst werden, was eine hohe mentale Verarbeitungsgeschwindigkeit erfordert.
– Fachmodul (90 Minuten)
Darüber hinaus bietet der digitale TestAS insgesamt sechs Fachmodule zur Auswahl:
- Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften
- Lebenswissenschaften
- Ingenieurwissenschaften
- Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften
- Wirtschaftswissenschaften
- Medizin
Wichtig:
Die zusätzlichen Fachmodule Medizin und Life Sciences sind ausschließlich im digitalen TestAS verfügbar. Dies kann ohne Zweifel ein entscheidender Faktor für Bewerber:innen in diesen Studienrichtungen sein.
Wie wählst du das richtige TestAS-Format?
Wenn deine Hochschule beide Formate akzeptiert, solltest du dir die offiziellen TestAS-Beispielaufgaben ansehen und prüfen, welche Aufgabentypen du als leichter und intuitiver empfindest.
Wenn dir lange Prüfungssituationen schwerfallen, kann der kürzere digitale TestAS von Vorteil sein. Andere bevorzugen hingegen das ruhigere Tempo des papierbasierten TestAS.
Um das für dich passende TestAS-Format zu wählen, stelle dir folgende Fragen:
- Welches TestAS-Format wird von meinen Zielhochschulen anerkannt?
- Welches Format wird an meinem Testzentrum angeboten?
- Schneide ich bei papierbasierten oder digitalen Prüfungen besser ab?
- Benötige ich Notizen, um Aufgaben zu lösen?
- Kann ich mich 4–5 Stunden konzentrieren oder bevorzuge ich eine kürzere Prüfung?
Wichtig ist zu verstehen, dass die Wahl des richtigen Formats einen erheblichen Einfluss auf dein TestAS-Ergebnis und deine Chancen auf einen Studienplatz in Deutschland haben kann. Alles in allem ist das beste TestAS-Format dasjenige, das von deinen Zielhochschulen akzeptiert wird und zu deinen Stärken, Präferenzen und deiner Prüfungsweise passt.
So hast du die besten Chancen, dein volles Potenzial auszuschöpfen. Wir wünschen dir viel Erfolg!



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